Auftakt in Beijing

Nach einem langen Flug und mit wenig Schlaf kommen wir in Beijing an. Der moderne Daxing Airport liegt rund 60 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums, ist jedoch hervorragend angebunden. Mit dem Daxing Airport Express gelangen wir in nur zwei Stationen und ca. 20 min bis zur Caoqiao Station. Ab Caoqiao geht es entweder mit einer weiteren Metroverbindung weiter (neues Ticket erforderlich) oder bequem mit dem Taxi direkt zum Hotel.
Während der Taxifahrt fällt vor allem eines auf: die Ruhe. Kein Hupen, kein hektisches Drängeln – der Verkehr wirkt erstaunlich geordnet und entspannt. Ein erster Eindruck von Beijing, der überrascht und angenehm in Erinnerung bleibt.
Gut zu wissen: e Arrival Card für die Einreise nach China
Für die Einreise nach China empfiehlt es sich, die e Arrival Card bereits vor der Ankunft auszufüllen. Dazu wird zunächst der Pass fotografiert; die wichtigsten Angaben wie Name und Passnummer werden automatisch übernommen. Anschliessend sind nur noch wenige zusätzliche Informationen einzugeben – obligatorisch sind ausschliesslich die mit Sternchen markierten Felder.
Pro Reisegruppe genügt ein Antrag, weitere Mitreisende können am Ende problemlos hinzugefügt werden. Nach dem Absenden wird ein QR Code generiert, der bei der Immigration vorzuzeigen ist und eine effiziente Einreise ermöglicht.

Die Unterkunft Le Zai Nanluo Guxiang liegt mitten im historischen Teil von Beijing, eingebettet in die traditionellen Hutongs und ganz ohne Hochhäuser in der unmittelbaren Umgebung. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich eine lebendige, touristische Fussgängerzone mit zahlreichen Shops und Restaurants – und dennoch ist es in der Unterkunft selbst erstaunlich ruhig. Ein liebevoll gestalteter Innenhof und eine wunderschöne Terrasse im zweiten und dritten Stock, umgeben von Pflanzen und Bäumen, schaffen eine fast idyllische Atmosphäre – ein echter Rückzugsort mitten in der 20 Millionen Metropole. Von der Terrasse im dritten Stock bietet sich zudem ein schöner Blick über die Dächer der Hutongs.
Nach einem erholsamen Schlaf erkunden wir die nähere Umgebung und besuchen den zentral gelegenen Beihai Park. In der Gegend rund um den See Qianhai herrscht noch reger Betrieb, doch sobald wir den Eintritt zum Beihai Park bezahlen (ca. 1 CHF) und die Sicherheitskontrolle passieren, lichtet sich die Menge deutlich. Plötzlich breitet sich eine wohltuende Ruhe aus – eine grüne Oase mitten in der Stadt.
Anschliessend geht es weiter zum Jingshan Park. Von hier bietet sich ein eindrücklicher Blick von oben auf die Verbotene Stadt. Der Aussichtspunkt ist beliebt, entsprechend viele Besucher sind unterwegs, und es braucht etwas Geduld – oder ein kleines Vorrücken –, um ganz vorne an der Balustrade zu stehen.
Danach ziehen wir weiter Richtung Osten zur bekannten Shopping Strasse Wangfujing. Grosse Kaufhäuser und internationale Luxusmarken prägen das Bild und zeigen eine ganz andere, moderne Seite der Stadt.
Den Tag lassen wir bei einem Abendessen mit Yunnan Küche ausklingen. Die typischen sauer scharfen Aromen sind intensiv, ausgewogen und ausgesprochen lecker – ein kulinarisches Highlight, das in Erinnerung bleibt.
Xi’an entdecken: Schnellzug, Streetfood und die Terrakotta Armee

Mit dem Fuxinghao Schnellzug reisen wir nach Xi’an. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 349 km/h erreichen wir die Stadt in etwas mehr als vier Stunden. In der ersten Klasse geniessen wir breite, komfortable Sitzplätze sowie kleine Snacks – die Fahrt verläuft ruhig und effizient.
Vom Bahnhof fahren wir mit der Metro in die Nähe unserer Unterkunft und legen den letzten Abschnitt zu Fuss zurück. Der Weg ist grundsätzlich angenehm, erfordert jedoch Aufmerksamkeit, da Roller und Autos häufig den Verkehrsraum teilen. Am Abend prägen zahlreiche Shaokao Restaurants das Strassenbild. Diese BBQ Lokale stellen ihre Tische und Stühle nach draussen, teils bis an den Strassenrand. Die lebendige Atmosphäre und die intensiven Düfte machen den Spaziergang zu einem Erlebnis. Die Wartezeiten sind lang, doch das rege Treiben vermittelt einen authentischen Eindruck des lokalen Alltags.

Am nächsten Tag erkunden wir Xi’an in gemächlichem Tempo und besuchen die bekannte Muslim Street, die für ihren vielfältigen Streetfood berühmt ist. Trotz der grossen Besucherzahlen fällt die Sauberkeit positiv auf. Wir entdecken lokale Spezialitäten wie Roujiamo – eine Art chinesischer Burger – sowie zahlreiche Stände mit Rind und Lammspiessen. Ebenfalls typisch für Xi’an sind Biangbiangmian: frisch handgezogene, breite Nudeln mit Fleisch und Gemüse. Die Gerichte sind ansprechend präsentiert und geschmacklich überzeugend. Die Begegnungen mit den Menschen sind offen und herzlich, die Freude über unser Interesse an der lokalen Küche spürbar.
Am Abend besuchen wir die Tang All Day Mall, eine weitläufige, offene Fussgängerzone mit kurzen Showeinlagen. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgt die stimmungsvolle Beleuchtung für eine besondere Atmosphäre.

Am folgenden Tag fahren wir etwas ausserhalb der Stadt zur Terrakotta Armee. Die Anlage ist grosszügig angelegt und äusserst eindrücklich. Drei Hallen sind zugänglich, wobei Halle 1 mit rund 6’000 Kriegern und einigen Pferden die bedeutendste ist. Von diesen sind aktuell jedoch erst etwa 2’000 Krieger freigelegt und für Besucher ausgestellt. Trotz der vielen Besucher wird der Rundgang gut gelenkt, sodass genügend Zeit bleibt, die Figuren aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Besonders spannend sind die Details: Uniformen, Kopfbedeckungen und Körperformen unterscheiden sich je nach Rang. Die Soldaten tragen einfachere Uniformen, Offiziere erkennt man an ihren Kopfbedeckungen – je höher der Rang, desto grösser und aufwendiger fallen diese aus. Auch der körperliche Eindruck verändert sich: Höherrangige Figuren wirken wohlgenährter, während einfachere Soldaten dünner und schmächtiger sind.
Den Abschluss bildet die Begegnung mit einem Herrn Yang, der angibt, einer der Bauern gewesen zu sein, welche die Terrakotta Armee 1974 beim Graben eines Brunnens entdeckten. Da sich diese Aussage nicht unabhängig bestätigen lässt, ist sie mit der nötigen Zurückhaltung zu betrachten.
Gut zu wissen: Reisepass immer mitführen
In China sollte der Reisepass stets mitgeführt werden. Er wird nicht nur bei Zugfahrten kontrolliert, sondern auch für den Kauf von Eintrittstickets zu grösseren Sehenswürdigkeiten sowie für Tax free Einkäufe benötigt. Eine Kopie reicht in diesen Fällen in der Regel nicht aus.
Wuhan – Zwischen Grossstadt und Grünflächen am Yangtse

Die Reise führt weiter nach Wuhan. Wir legen hier bewusst einen Zwischenstopp ein, um die lange Zugfahrt nach Huangshan in angenehmere Etappen von jeweils rund 3,5 Stunden aufzuteilen. Da das Wetter während unseres Aufenthalts eher regnerisch ist, konzentrieren wir uns auf Erkundungen in der unmittelbaren Umgebung des Hotels.
Bei wechselnd bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen spazieren wir durch nahegelegene Parks und entdecken dabei auch einige interessante Vogelarten und Kunstwerke aus lebenden Pflanzen. Statt den Hauptstrassen zu folgen, wählen wir einen Weg über einen Hügel und bewegen uns durch viel Grün in Richtung Yangtse Fluss. Den Fluss überqueren wir auf einer Autobrücke, die beidseitig über grosszügige Trottoirs für Fussgänger und Velofahrer verfügt.
Am anderen Ende der Brücke beobachten wir eine Gruppe von Schwimmern, die sich auf eine Flussüberquerung vorbereitet. Da sich der Yangtse hier auch von grossen Frachtschiffen befahren lässt, tragen alle gut sichtbare orange Seesäcke.
Ganz in der Nähe besuchen wir die bekannte Yellow Crane Pagode, eines der Wahrzeichen der Stadt. Am Abend zwingt uns der anhaltende Regen dazu, das Nachtessen in der Shopping Mall direkt neben dem Hotel einzunehmen. Typisch für chinesische Malls befinden sich Food Courts und einfache Lokale in den unteren Etagen, während sich in den oberen Stockwerken Restaurantketten und grössere Restaurants finden. Je nach Wahl isst man hier ausgesprochen gut – und bleibt dabei bestens geschützt vor Sommerhitze oder Regenwetter.
Huangshan – Wo Felslandschaften, Tradition und Hightech aufeinandertreffen

Bei starkem Regen machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fahren mit dem Schnellzug weiter nach Huangshan. Unsere Unterkunft befindet sich in Tunxi, direkt am Anfang einer Fussgängerzone mit zahlreichen Shops, Cafés und Restaurants – eine lebendige, angenehme Umgebung.
Am Abend besuchen wir ein aussergewöhnliches Restaurant. Im gesamten unteren Stockwerk sind sämtliche Gerichte der Speisekarte wie ein Buffet ausgestellt. Mit einem magnetischen Clipboard ausgestattet, schlendern wir von Gericht zu Gericht und wählen anhand kleiner Magnete aus, was uns anspricht. Die gesammelten Magnete werden anschliessend an der Kasse bezahlt, danach wird uns ein Tisch im oberen Stockwerk zugewiesen. Über einen QR Code am Tisch lassen sich bei Bedarf weitere Gerichte nachbestellen. Ein ungewöhnliches, aber sehr intuitives Konzept – und das Essen ist ausgesprochen lecker.

Am nächsten Tag brechen wir frühzeitig Richtung Huangshan Gebirge auf. Die Wetterprognose ist vielversprechend – und sie bewahrheitet sich. Den ganzen Tag über begleitet uns sonniges Wetter, ideale Bedingungen für einen Ausflug in diese eindrückliche Berglandschaft. Da wir nicht allzu früh starten, umgehen wir den grössten Besucheransturm. Mit dem Touristenbus gelangen wir zur Seilbahn und fahren hinauf auf den Berg.
Oben eröffnet sich eine spektakuläre Szenerie: die typischen Granitfelsen von Huangshan, gesäumt von knorrigen Kiefern, dazu im Frühling farbige Blüten – ein landschaftliches Highlight. Wir wandern durch verschiedene Bereiche, steigen zahllose Treppen hinauf und hinab und bleiben immer wieder stehen, um die Aussicht zu geniessen.
Besonders eindrücklich sind die Gepäckträger, die die Bergpfade zu Fuss bewältigen, um die Hotels auf dem Gipfel mit frischer Bettwäsche und Kunstrasen zu versorgen. Sie tragen Lasten von bis zu 50 Kilogramm. Gleichzeitig sind grosse Drohnen im Einsatz, die ebenfalls Material transportieren – bis zu 100 Kilogramm pro Flug. Überlieferte Arbeitsweisen und moderne Technologie stehen hier unmittelbar nebeneinander.

Der zweite Tag in Huangshan ist bewölkt – perfektes Wetter für einen Ausflug zu den Wasserdörfern der Region. Wir besuchen das über 800 Jahre alte Xidi Ancient Village, bekannt für seine eleganten, gut erhaltenen Holzhäuser. Wir spazieren durch enge Gassen, probieren lokal angebauten Tee und schlendern durch gepflegte Reisfelder. Die Atmosphäre ist ruhig und authentisch, zahlreiche regionale Spezialitäten laden zum Kosten ein.
Mutig probieren wir Maodoufu, den sogenannten «haarigen Tofu». Durch einen Fermentationsprozess mit Schimmelpilzen erhält er sein ungewöhnliches Aussehen. Gebraten und gut gewürzt überrascht er jedoch positiv: innen weich und cremig, aussen knusprig.
Am Abend besuchen wir die Huizhou Show in der Stadt. Bereits vor Beginn nehmen wir an der Vorshow teil, bei der Besucher gemeinsam mit den Darstellern durch eine nachgebaute Strasse spazieren und in das Shanghai der 1930er Jahre eintauchen. Kunstschnee aus Seifenschaum, historische Kostüme und zahlreiche Fotomotive sorgen für eine charmant kitschige Stimmung.
Die eigentliche Show dauert rund 70 Minuten und erzählt die Geschichte der Region Huizhou mit Tanz, Gesang und eindrücklicher Bühneninszenierung. Moderne Technik und hohe künstlerische Qualität machen die Aufführung zu einem gelungenen Abschluss unseres Aufenthalts in Huangshan.Auch Danila Eiselt aus unserem Team hat die Huizhou Show bereits besucht – und zwar im Jahr 2024. In ihrem persönlichen Reisebericht teilt sie weitere Eindrücke aus der Region Huangshan und ihren Abenteuern in China.































































































