Die Vorbereitung

Für eine Reise nach Südkorea und Taiwan ist mit einem gültigen Reisepass keine besondere Vorbereitung nötig (noch mind. 6 Monate über Reiseende gültig). Für Südkorea habe ich jedoch das K-ETA, eine elektronische Reisebewilligung, eingeholt, da man dann am Flughafen kein zusätzliches Formular mehr ausfüllen muss.
Mittwoch, 21.5.25
Flug nach Seoul
Die Flugroute von Thai Airways führte hoch über Kabul und Varanasi bis nach Bangkok. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter mit dem Anschlussflug nach Seoul.
Donnerstag, 22.5.25
Ankunft in Seoul
Nachmittags dann Ankunft am Airport Incheon, welcher auf einer Insel im Meer liegt. Mit der elektronischen Reisebewilligung K-ETA (Visum Südkorea | Insight Reisen) ging es schnell durch die Immigration. Die Stadt Seoul ist noch 70 km entfernt, an einem Infoschalter für Touristen erfuhr ich, welcher Bus in die Stadt fährt. Die Busfahrt bis zum Hotel in Myeondong dauerte dann etwa 90 Minuten, weil der Bus an verschiedenen Stationen einen Halt machte. Nach dem Check-in im Hotel ging es sogleich mit einem Taxi nach Hanam-dong ins Restaurant «Parc», wo ich eine Reservation hatte. Kürzere Fahrten im Taxi sind in Seoul recht günstig, so kostete eine 10-minütige Fahrt um die CHF 10. So genoss ich den ersten Abend in Seoul mit guter lokaler Hausmannskost in dem kleinen Lokal «Parc» (Reservation empfohlen).
Korean food Itaewon | 한국 가정식 | Parc Seoul
Freitag, 23.5.2025
Königspaläste in Seoul
Morgens kurze Fahrt zum Changdeokgung Palast. Die zahlreichen Touristen, vorwiegend aus Asien, mieteten sich für den Tag traditionelle Kleidung, um damit gebührend für Fotos zu posieren. Im weitreichenden Palastareal fanden Paraden für Touristen statt. Sehr lohnenswert fand ich den Besuch im National Folk Museum (im Eintritt inbegriffen). Für den Besuch vom Secret Garden im Changdeokgung Palast war eine Reservation nötig. Am Abend war dann traditionelle Tempelküche angesagt im Balwoo Gongyang Temple Food Restaurant (vegetarisch), welcher sich in dem reizvollen Quartier Insedong befindet. Es wurde ein mehrgängiges Menu mit vegetarischer Tempelkost serviert. Ganz in der Nähe besuchte ich noch einen der wichtigsten buddhistischen Tempel der Stadt: den Jogysa Temple, Haupttempel des Zen Buddhismus aus dem 14. Jahrhundert, welcher bei Nacht magisch wirkt.
Samstag, 24.5.2025
Architektur, Museen und Streetfood in Seoul
Morgens besuchte ich die architektonisch interessante Ehwa Womens Universitiy, welche zu den ersten Universitäten für Frauen Asiens zählt. Ein «Muss» in Seoul ist der Besuch vom National Museum of Korea mit perfekt in Szene gesetzten Ausstellungen. Der Eintritt ist gratis, das Museum ist riesig und gibt einen interessanten Einblick in die buddhistische Vergangenheit des Landes.
Der Gwangjang Market ist bekannt für Streetfood, das Angebot ist riesig. Weiter ging es zum Noryangjin Fisheries Wholesale Market. In den grossen Hallen des Fischmarktes erstanden wir eine grosse Krabbe, die dann im oberen Stock in einem Restaurant fachgerecht zubereitet wurde. Mit der Metro ging es vom Fischmarkt zurück ins Hotel.
Sonntag, 25.5.25
Wanderung auf der Stadtmauer in Seoul
Seoul ist durchzogen von grossen Grünflächen. Heute war eine Wanderung angesagt. Im Mai war es bereits ziemlich warm. Ein lokaler Bus fuhr zum Changuimun Gate. Ganz in der Nähe Besuch im Whanki Museum mit moderner Kunst, bevor die Wanderung dem Bukak Trail angesagt war. Wunderschöne Wanderung auf der alten Stadtmauer (ca. 5 km). Auf den gut befestigten Wegen gab es immer wieder spektakuläre Aussicht auf die Stadt Seoul, welche von grünen Parkanlagen umringt ist. Die Wanderung endete mit einem Spaziergang durch die verwinkelte Altstadt Bukchon Hanok Village mit vielen traditionellen Häusern. Wegen dem grossen Ansturm von lokalen Touristen darf man nur von 10.00 – 17.00 Uhr durch die Gassen schlendern.
Montag, 26.5.25
Seoul – Goseong DMZ – Sokcho
Morgens wurden wir von unserem Fahrer und Guide abgeholt. Eine Rundreise durch Südkorea ausschliesslich in öffentlichen Verkehrsmitteln ist nur begrenzt machbar und nur mit sehr viel Zeit und lokalen Kenntnissen zu bewerkstelligen. Mit dem bequemen Fahrzeug verlassen wir die Grosstadt Seoul mit über 9 Mio Einwohner und fuhren auf mehrspurigen Autobahnen durch hügelige Landschaften, unzählige Tunnels bis zur Ostküste nach Sokcho (ca. 200 km / 2 ½ Std.). Der Guide organisierte ein fantastisches Mittagessen in einem lokalen Fischrestaurant direkt im Fischerhafen von Ayjin. Wir bekamen eine riesige, wunderschön präsentierte Platte mit Fisch (Sashami) und vielen frischen Meeresfrüchten. Anschliessend fuhren wir zur Grenze zu Nordkorea in Goseong, hier befindet sich die DMZ (entmilitarisierte Zone). Die DMZ ist 250 km lang und 4 km breit und trennt seit 1948 Nord- von Südkorea. Die DMZ in Panmunjeom in der Nähe von Seoul ist für Touristen geschlossen worden. An der Ostküste ist es möglich, die DMZ zu besuchen. Vom Goseong Unification Observatorium aus konnten wir einen Blick auf Nordkorea erhaschen. Hier trafen wir eine amerikanische Familie, welche ihrem Grossvater dabei hatte; über 90 Jahre alt, war er damals während dem Koreakrieg (1950−1953) im Dienst als Luftwaffenpilot an diesem Ort. Anschliessend konnte ich an dem wunderschönen Strand der Hwajinpo Beach ein Bad im kühlen Ostmeer nehmen. Von hier fuhren wir weiter zum Geonbongsa Tempel, welcher in idyllischer Lage an einem Waldrand liegt. Der buddhistische Tempel stammt aus dem 5. Jahrhundert. Südkorea fördert den Tempelstay-Tourismus und es wäre möglich gewesen, im Tempel zu übernachten und an den Zeremonien teilzunehmen. Tempelstay gibt es in ganz Südkorea. Wir übernachteten dann in einem Hotel kurz vor den Toren vom Seoraksan National Park.
Templestay | VISITKOREA
Templestay | Finding your 'True self'
Dienstag, 27.5.25
Wandern im Seoraksan-Nationalpark
Nach dem Frühstück unternahmen wir eine Wanderung durch den Seoraksan-Nationalpark. Der Park ist UNESCO-Weltkulturerbe und verfügt über markierte Wanderwege; es ist möglich, kürzere oder längere Wanderungen zu unternehmen. Zuerst stiegen wir hinauf zum Ulsanbawi-Felsen, wo sich ein Höhlenkloster befindet. Ein grosser Felsbrocken kann mit etwas Kraft in Bewegung gebracht werden. Eine andere Wanderroute führte nach Biseondae und auf einem steilen Pfad den Felsen hinauf bis zu einer kleinen Höhlenklausel, dem Geumganggul Cave. Zu guter Letzt nahmen wir noch die Seilbahn auf einen Berg, von wo wir die Aussicht auf das Ostmeer bestaunen konnten. Am Abend besuchten wir dann den lokalen Food Market in Sokcho. Unser Reiseleiter führte uns durch den verwinkelten Markt bis um 88 Saengseon Gui Restaurant, wo auf einem Tischgrill frischer Fisch zubereitet wurde. Mit einer Schere wurde der Fisch zerteilt und serviert. Der Gebrauch einer Schere ist in der koreanischen Küche durchaus üblich, warum eigentlich nicht?
Mittwoch, 28.5.25
Das ländliche Andong
Die Fahrt ging weiter über eine Autobahn in Richtung Süden. Nach gut 3 ½ Stunden Ankunft im Hahoe Folk Village, einem traditionellen Dorf, welches von einem Fluss umringt wird. Mit einem Fahrrad erkundeten wir die alten Häuser, Reis wird noch wie zu früheren Zeiten angebaut, eine idyllische Gegend. Die nächste Station war die ehemalige Konfuzius Akademie Dosan Seowon, welche wie das Hahoe Folk Village auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Nach einem Besuch der In Andong Übernachtung im originellen Gurume Resort, wo man in echten alten koreanischen Häusern mit Innenhof residiert. Die antiken Häuser sind mit moderner Dusche/WC ausgestattet und man schläft auf einer Matratze am Boden. In der Gegend von Andong gibt es mehrere Hanok-Hotels, wo man in ehemaligen traditionellen Gästehäusern übernachten kann.
Donnerstag, 29.5.25
Gyeongju – das kulturelle Zentrum Südkoreas
Morgens Besuch im Bongjeongsa Temple in Andong. In diesem idyllischen Tempel wurde der bekannte Film «Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach» (1989) gedreht wurde. Anschliessend Weiterfahrt nach Gyeongju, der ehemaligen Hauptstadt der Silla-Dynastie. Obwohl das Silla-Reich vor über 1000 Jahren unterging, gibt es hier viel zu sehen. Einen guten Überblick erhält man im Gyeongju National Museum. Rundgang durch die weitläufigen Parks und den Wolseong Park mit den hügeligen Königsgräber. Von weitem sehen die Rasenflächen wie ein überdimensionierter Golfplatz mit grossen Hügeln aus, es ist aber strengstens verboten, die heiligen Gräber zu betreten. Nur ein einziges Grab wurde geöffnet und ist für Touristen zugänglich. Die Altstadt von Gyeongju ist mit vielen Gassen, Restaurants und kleinen Gästehäusern durchzogen.
Freitag, 30.5.25
Gyeongju – Ausflug zum Bulguksa Tempel
Fahrt aufs Land zum berühmten Bulguksa-Tempel. Bulguksa ist eine weitere UNESCO-Weltkulturerbestätte und gilt als Meisterwerk der Blütezeit der buddhistischen Kunst im Silla-Königreich.
Ganz in der Nähe befindet sich die Seokguram-Grotte, erreichbar über einen 10- bis 15-minütigen Spaziergang durch einen Wald zur Grotte. Seokguram ist eine Einsiedelei und Teil des Bulguksa-Tempelkomplexes auf dem Berg Tohamsan. Der Bau wurde 774 n. Chr. fertiggestellt und beherbergt einige der besten buddhistischen Skulpturen der Welt. Die Seokguram-Grotte symbolisiert eine spirituelle Reise ins Nirvana. Sie erinnert an die Ajanta-Höhlen, ältere buddhistische Felsmonumente in Indien. Nachmittags dann nochmals Zeit, um durch die Altstadt von Gyeongju bis zur bekannten Woljeonggyo Brücke zu laufen, wo sich ein stylisches Coffeeshop befand. Abends ein Dinner in einem kleinen Restaurant in der Altstadt.
Samstag, 31.5.25
Gyeongju – Seoul
Auf der Fahrt zum Bahnhof in Ulsan Besuch vom Tongdosa Tempel, einem der wichtigsten buddhistischen Tempel im Land. An diesem Samstag herrschte reges Treiben und viele lokale Pilgerinnen und Pilger machten sich auf dem Weg zu diesem heiligen Ort. Wie bei den meisten buddhistischen Tempeln in Südkorea ging es vom Parkplatz aus vorerst einem Fluss entlang durch einen Kiefernwald. Dieser Spaziergang soll den Pilger auf die spirituelle Erfahrung im Tempel vorbereiten. An der Samseongbanwol (Drei-Bogen-Brücke) vorbei gelangt man auf das grosse Klostergelände, welches an einem Berghang liegt. In der Hauptgebetshalle findet eine von Mönchen geführte Zeremonie statt. Dahinter befindet sich eine kleine Stupa, die Reliquien vom historischen Buddha Sakyamuni beherbergen soll. Überall werden Kerzen und Räucherstäbchen angezündet und man spürt die spirituelle Atmosphäre von diesem Ort. Anschliessend Fahrt vom Bahnhof in Ulsan mit dem KTX Expresszug in rund 2 ½ Stunden zurück nach Seoul. Abends Streetfood in Myeongdong.
Sonntag, 1.6.25
Seoul
Der letzte Tag in Seoul führte mich ich nochmals nach Hannam-dong. Mir gefiel dieses Quartier mit vielen kleinen Modeboutiquen und dem Leeum Samsung Museum of Art. An diesem Sonntag waren viele Koreanerinnen und Koreaner unterwegs zum Shoppen in den zahlreichen Boutiquen. Die Coffee-Shops waren überfüllt. Im Touristenviertel Myeongdong, wo sich unser Hotel befand, hat es zahlreiche Läden mit Schönheitsprodukten, vor allem Gesichtsmasken sind hoch im Kurs. Abends waren wir dann bei meinem Freund Changsoo Kim zu einem typischen Korean BBQ eingeladen. Zum Essen wird in Südkorea meistens Bier getrunken, welches dann mit einem Schuss Sochu (Kartoffelschnaps) gepanscht wird. Wie das genau funktioniert, zeigt uns Kim im Video (siehe Fotogalerie). Was immer wieder auffällt ist die Sauberkeit in den Strassen. Südkorea auch ein sehr sicheres Reiseland und es gibt praktisch keine Kriminalität gegenüber Touristen.
Fazit der Reise nach Südkorea
Die Reise nach Südkorea hat mich sehr fasziniert. Sehr eindrücklich die vielen buddhistischen Tempelanlagen, welche teilweise noch älter sind als in Tibet. Die Natur im Seoraksan Nationalpark und die Atmosphäre in der Küstenstadt Sokcho waren sehr lohnenswert. Unterwegs sind die Menschen sehr angenehm, auch wenn Englisch nicht überall gesprochen wird, sind die Leute sehr hilfsbereit und freundlich. Es war sicher nicht die letzte Reise nach Südkorea, ich habe noch vieles nicht gesehen und komme sicher schon bald zurück.
Montag, 2.6.25
Seoul – Taipei – auf nach Taiwan
Noch ist die Reise nicht zu Ende und ein Abstecher auf die Insel Taiwan steht noch auf dem Programm.
Der Airport Bus Nummer 6015 fährt gleich vor dem Hotel in Myeongdong zum Airport Incheon und dauerte rund 90 Minuten. Die Zahlung über KRW 17'000 (ca. CHF 10) erfolgte in bar an den Busfahrer, der das Gepäck verstaute. Kurzer Flug mit Eva Air nach Taipei. Am Flughafen Empfang von unserer Reiseleiterin Claire und Fahrt in ein Hotel im Zentrum. In der Nähe befand sich eine Filiale der beliebten taiwanesischen Dim-Sum-Restaurants «Din Tai Fung» mit Teigtaschenspezialitäten. Anschliessend besuchten wir «Taipei 101», das berühmteste Bauwerk Taiwans. In den unteren Geschossen befanden sich Shopping Center mit den üblichen Modeläden und mit einem speziellen Aufzug gelangte man auf die Aussichtsplattform mit spekatulärer Aussicht auf die Stadt. Wie der Name verrät, hat das Gebäude 101 Stockwerke, ist 508 m hoch und heute immerhin noch das elfthöchste Gebäude der Welt.
Dienstag, 3.6.25
Taipei – Tempel mit Orakelsteinen
Mit Claire, der Reiseleiterin, besuchten wir den wunderschönen und historischen Dalongdong Bao'an-Tempel aus der Qing-Zeit in einer der drei grössten Tempelanlagen in Taipei. Anschliessend besuchten wir die kleine WANGTEA-Teefabrik, Verkostung verschiedener Oolong-Teesorten. Spaziergang durch Dadaocheng, entlang der Dihua-Strasse, die voller traditioneller Geschäfte ist. Diese Altstadt hat grossen Charme: so ähnlich muss es früher im alten China ausgesehen haben. Taiwanesische Tempel sind lebendige Zentren religiöser Aktivitäten, in denen Buddhismus, Taoismus und Volksreligionen oft miteinander verschmelzen. Die Tempel in Taiwan sind eine Mischung aus Taoismus, Buddhismus und taiwanesischem Volksglauben mit vielen Gottheiten, die verehrt werden. Zum alten chinesischen Cisheng-Tempel kommen Einheimische um zu beten, Räucherstäbchen anzuzünden − oder um halbmondförmige Orakel-Holzsücke zu werfen: Man wirft zwei halbmondförmige Holzstücke – die sogenannten Jiaobei – auf den Boden, um den Willen der Gottheit zu erfragen.
Die Positionen, in denen die beiden Stücke auf dem Boden landen, haben unterschiedliche Bedeutungen:
- Ein «lachender» und ein «weinender» Mond verheissen Zustimmung der Gottheit
- Beide gleich → Ablehnung oder «Nein»
- Beide nach innen → Die Gottheit ist sich «nicht sicher» oder möchte, dass man später erneut fragt.
Ich werfe die Holzstücke und es kommt mehrmals ein eindeutiges «Ja», was will man mehr.
Anschliessend Besuch der Chiang Kai-shek Memorial Hall, wo der auch in Taiwan umstrittene Gründer von Taiwan verehrt wird.
Abendessen auf dem Linjiang-Nachtmarkt, wo Bubble Tea und viele lokale Spezialitäten angeboten werden. Nach einem Bogen um das «Stinky Tofu» entschied ich mich einmal mehr für die leckeren Teigtaschen und frittiertes Poulet.
Abends ist dann noch der Besuch einer Bar angesagt. Taiwan hat eine ausgeprägte Bar-Kultur. Claire brachte uns in die «Secret Bar» in einer dunklen Seitengasse, vor der Türe kein Schild, nur Eingeweihte finden hier Zugang. Mit «Do you have a reservation?» werden wir begrüsst, finden aber schnell einen Platz. Auf dem Bar-Menü finden sich zahlreiche innovative Signature Drinks, die ausprobiert werden müssen.
Mittwoch, 4.6.25
Taipei
Heute regnete es in Strömen. Beste Reisezeit für Taiwan wäre der Frühling und Herbst, jetzt im Juni ist das Wetter schon unbeständig. Was macht man an einem Regentag? Shoppen oder Museum! Wir entschieden uns für den Besuch vom National Palace Museum mit sehr gut präsentierten Ausstellungen. Nachmittag Fahrt durch New Taipei aufs Land nach Ruifang. Hier konnte man alte Kohlenbergwerke anschauen. Dazu musste man die Jiufen Old Street hinauflaufen, welche von Essenständen gesäumt war. Vom Geruch vom «stinky Tofu» verfolgt kämpften wir uns durch die vielen lokalen Touristen, die hier unterwegs waren. Zurück in Taipei besuchten wir den Huashan Creative Park auf dem Gelände einer ehemaligen japanischen Teefabrik aus der Kolonialzeit und den Songshan Cultural Park.
Was uns aus dem Westen in Taiwan immer wieder auffällt, sind die Gesichtsmasken, die nach wie vor von vielen Menschen in der Öffentlichkeit getragen werden. Warum werden diese immer noch getragen, obwohl Corona schon lange vorbei ist? Ich fragte die Rezeptionistin im Hotel und sie meinte nur, «oh, das sei doch praktisch, dann müsse sie sich nicht ständig schminken …»
Abends dann Besuch in der Bar mit dem Namen «Go Away Bitch»: «Do you have a reservation?»
Donnerstag, 5.6.25
Taipei – Alishan Nationalpark
Claire und unser Fahrer Teddy holten uns pünktlich ab. In dem geräumigen Mercedes Vito fuhr uns Teddy in etwa zwei Stunden auf der Autobahn nach Chiayi. Nach einem Lunch mit lokalen Grill-Spezialitäten ging es hinauf in die Teeberge auf etwa 1300 m, wo wir eine Teeplantage besuchten und den Tee degustieren konnten. Gegen Abend dann Ankunft im Alishan-Nationalpark. Der Shuttle vom Hotel brachte mich zum historischen Alishan-Hotel auf 2100 m. Die japanischen Kolonialherren haben damals die Alishan Railway gebaut, um die schönen Zedern und Zypressen zu fällen. Heute ist es ein Naturparadies. Frühmorgens um 04.10 Uhr könnte man mit dem Zug zum Aussichtspunkt fahren, um den Sonnenaufgang zu erleben. Wegen dem unbeständigen Wetter verzichte ich darauf.
Freitag, 6.6.25
Alishan – Tainan
Morgens zeigte sich das Wetter endlich doch noch von der besseren Seite und es war sonnig und klar. Mit der Alishan-Waldbahn, auch Partner der Zermatt-Bergbahnen, fuhr ich ein paar Stationen im historischen Zug und dann unternahmen wir eine Wanderung auf gut befestigten Pfaden durch die Zypressen- und Zedernwälder. Die Roten-Formosa-Zypressen sind mehrere hundert Jahre alt.
Anschliessend Fahrt hinunter nach Tainan. Unterwegs Mittagessen in Yupasu Tsou, einem Restaurant geführt von Angehörigen indigener Volkstämme in Taiwan. In Taiwan gibt es 16 indigene Stämme, die von der Regierung annerkannt sind. Ein Grossteil der Insel Taiwan ist noch unberührte Natur, nicht umsonst haben die ersten portugiesischen Seefahrer die Insel Formosa getauft, «die Wunderschöne», wie recht sie damit haben sollten. Fahrt nach Tainan und Transfer in ein schönes Boutiquehotel mitten in der Stadt. Dieses Hotel wird ausschliesslich von Frauen geführt. Das Hotel liegt schön zentral, zu Fuss Besuch des Konfuzius-Tempels und Hayashi-Kaufhaus. Der kulinarische Hit heute: Der Lily Fruit Stand mit frischen Mangos und Papayas serviert auf shaved Ice. Die Taiwanesen und Taiwanesinnen sind wohl ständig am Essen und entweder in kleinen Restaurants oder den zahlreichen Coffeshops zu finden.
Donnerstag, 7.6.25
Tainan
Tainan war früher eine wichtige Handelsstadt. Am ehemaligen Hafen Besuch vom Anping Banyan Tree House, einem alten Haus, welches von den Wurzeln des Banyan Baumes überwachsen ist, und der alten Festung von Anping. In der Anping Old Street eine grosse Auswahl and Streetfood. Wir genossen frischen Seafood in einem einfachen Restaurant. Nachmittags besuchten wir das Ten Drum Cultural Village, eine Art Vergnügungspark in einer ehemaligen Zuckerrohrraffinerie. Das Highlight dort war die Show der Ten Drum Art Percussion Group, welche traditionelles Trommeln mit modernen theatralischen Elementen verbindet. Abends dann zum grossen Tainan Garden Night Market mit einer riesigen Auswahl an Streetfood. Lokale Spezialitäten sind hier Austern-Omlette. Der Night Market hat aber nicht nur Foodstände und ist auch eine Art Jahrmarkt für Familien mit Kindern, mit vielen Ständen, wo man sein Glück versuchen kann.
Abends suchte ich dann auf Empfehlung von Claire die Bar TCRC in der Altstadt von Tainan auf, dieses Mal hatte ich aber weniger Glück, diese Bar wird als eine der besten Bars Asiens gelistet und war schon ausgebucht. Aber gleich um die Ecke gab es dann Platz in einer anderen Bar, in welcher hervorragende Signature Drinks gemixt wurden.
Freitag, 8.6.25
Tainan
Morgens Joggen um das Tainan Art Museum und zum Konfuzius-Tempel. Nach einen hervorragenden Frühstück Fahrt zum HSR-Bahnhof, welcher etwas ausserhalb der Stadt liegt. Wir vertrieben uns die Zeit bis zur Abfahrt vom Zug in einem grossen Shopping Centre. Neben vielen Läden gab es auch eine ganze Etage mit Foodständen. Beim «Smart Fish» gab es die Fischkopfsuppe, welche aus der Netflixserie «Street Food Asia» weltbekannt wurde. Fahrt mit dem Schnellzug nach Taoyuan und von dort Transfer zum Flughafen, wo wir uns von unserer Reiseleiterin Claire und dem Fahrer Teddy verabschiedeten, welche hervorragende Arbeit geleistet haben. Abends dann Flug nach Bangkok.
Samstag, 9.6.25
Rückflug Bangkok – Zürich
Rückflug mit Thai Airways über Nacht nach Zürich, as usual «smooth as silk» mit exzellentem Service der Thai Airways.
Fazit der Reise nach Taiwan
Taiwan hat eine sehr spezielle Geschichte aufzuweisen und fasziniert mit einer eigenständigen Kultur und freundlichen Menschen. Sehr interessant sind die chinesichen Tempel mit Einflüssen aus Taoismus, Buddhismus und lokalem Volksglauben, ein grosser Teil der Insel ist zudem voller Natur. Wanderungen im Alishan Nationalpark und die beschauliche Stadt Tainan waren für mich die Höhepunkte in Taiwan.
Vorteile einer Reise nach Taiwan:
- Vielfältige Landschaften: pulsierende Städte, dichte Wälder, Vulkanlandschaften, heisse Quellen und malerische Küsten.
- Reiche Kultur und Geschichte: Tempel, Nachtmärkte, traditioneller Tee, Kunst und Historisches wie das National Palace Museum.
- Kulinarische Highlights: authentische taiwanesische Küche, Bubble Tea, Street Food an Nachtmärkten wie Shilin.
- Freundliche, sichere Reiseziele: gut ausgebaute Infrastruktur, effiziente öffentliche Verkehrsmittel, hohe Sicherheit.
- Moderner Pragmatismus trifft Tradition: moderne Städte wie Taipei neben historischen Orten wie Tainan.
- Naturerlebnisse: Taroko-Schlucht, Alishan-Zellbahnen, Yehliu-Geotop, Kenting-Strand.
- Gastfreundschaft und Sprache: viele sprechen Englisch; Mandarin-Grundkenntnisse helfen, aber auch viele Englischkenntnisse in Städten.
- Monsunzeit beachten (Sommer)
Kurzübersicht
21.5.25−22.5.25
Vorbereitung und Flug
23.5.25−25.5.25
Seoul − Königspaläste, Architektur, Museen und Streetfood
26.5.25
Goseong DMZ – Sokcho
27.5.25
Wandern im Seoraksan-Nationalpark
28.5.25
Das ländliche Andong
29.5.25
Gyeongju – das kulturelle Zentrum Südkoreas
30.5.25−1.6.25
Ausflug zum Bulguksa Tempel
🏖️ Fazit der Reise nach Südkorea
2.6.25
Taipei – auf nach Taiwan
3.6.25−4.6.25
Tempel mit Orakelsteinen
5.6.25
Alishan Nationalpark
6.6.25−9.6.25
Tainan
🏖️ Fazit der Reise nach Taiwan

























































































































