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Asien
27 Juli 2026

Skifahren Japan

Kleingruppen-Reise mit Hans Wettstein, 02.02.26 – 21.02.26 (20 Tage)

 

Alle Bilder und Videos von Hans Wettstein

Skifahren in Japan, schon immer ein Traum von mir. Aber lohnt es sich wirklich so weit zu fliegen? Ist der Schnee in Japan anders als bei uns? Wie geht das mit dem Gepäck und wie ist die Verpflegung vor Ort. Was ist so speziell und anders in Japan als bei uns in den Alpen?

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2. Februar - Flug Zürich – Tokyo

Das Gepäck war bereit: ein Rollkoffer mit normalem Gepäck, eine North-Face-Tasche mit den Skischuhen und dem Helm, der Skirucksack mit der Lawinenausrüstung (Schaufel, Sonde, Lawinengerät) sowie die Ski mit den Stöcken, verpackt in einem Skisack. Der Direktflug mit Swiss nach Tokio-Narita dauert etwas weniger als 13 Stunden.

3. Februar - Tokyo

Im Anflug auf Tokio flogen wir am Mount Fuji (3776 m) vorbei, dem höchsten Berg Japans. Nach der Landung und nachdem wir das Gepäck entgegengenommen hatten, begaben wir uns nach der Immigration gleich zum grossen Schalter der Spedition Yamato. Den Skisack und die Tasche mit den Skischuhen schickten wir für 20 Franken per Kurier ins Hotel nach Nozawa Onsen, unserem ersten Skiresort der Reise. Der Kurierservice in Japan ist günstig und zuverlässig, aber es dauert mindestens zwei Tage, bis das Gepäck ankommt. Wir nahmen den Narita Express zum Hauptbahnhof und reisten dann mit einem Taxi zu unserem Hotel im Stadtteil Roppongi.

 

 

4. Februar - Tokyo

Das Frühstück ist in Japan immer sensationell. Heute steht Shopping für japanische Jeans auf dem Programm – in Shibuya, mit der berühmten Strassenkreuzung. Ein Vorteil einer Winterreise: viel weniger Touristen als sonst. Zum Mittagessen gönnen wir uns feine Ramen. Am Abend fahren wir nach Shimokitazawa, einem lebhaften Quartier mit vielen kleinen Geschäften, Bars und Restaurants.

5. Februar - Tokyo - Nozawa Onsen

Von Tokio, das nur 6 m über Meer liegt, nahmen wir den Shinkansen-Expresszug vom Hauptbahnhof nach Iiyama (325 m). Hier lag schon überall recht viel Schnee. Von dort ging es mit dem lokalen Bus hinauf nach Nozawa Onsen (565 m). Der Skiort hat eine reizvolle, altmodische Atmosphäre und durchaus Charme; grosse Hotels gibt es keine, nur kleinere Gästehäuser, die alle frühzeitig gebucht werden müssen.
Nozawa Onsen ist bekannt für seine Vielzahl an heissen Thermalquellen(Onsen). Im Dorf gibt es über 30 heisse Quellen und 13 öffentliche Bäder, in denen man gratis baden kann. Aber Achtung: Es gibt auch Quellen mit bis zu 90 Grad heissem Wasser, die sich eher zum Eierkochen als zum Baden eignen. Wir logierten in einem traditionellen Gästehaus (Ryokan), wo das Skigepäck bei unserer Ankunft schon bereitlag. Am Abend liessen wir uns im kleinen Restaurant Tengu Sushi von einem traditionellen Sushi-Koch verwöhnen. 

Insight Tipp: Während der Hauptsaison sind viele Restaurants ausgebucht. Reservieren Sie immer rechtzeitig im Restaurant Ihrer Wahl!
 

6. Februar - Nozawa Onsen

Der erste Skitag in Nozawa Onsen. Das Skigebiet verfügt über 2 Gondelbahnen und 22 Sessellifte und gehört damit zu den grössten Skigebieten auf Honshu, in der Präfektur Nagano. Obwohl es nicht besonders viel Neuschnee gab, war es ein guter erster Skitag in Japan. Insgesamt legten wir 6'632 Höhenmeter bergab zurück. Das Skigebiet ist überschaubar, bietet aber trotzdem eine gute Mischung aus anspruchsvollen und einfacheren Pisten. Besonders eindrücklich ist die Panoramapiste (Sky Line Slope) mit ihrer weiten Aussicht über die verschneite Berglandschaft.
Anders als in der Schweiz werden in Japan nicht alle Pisten regelmässig mit Pistenfahrzeugen präpariert. Deshalb gibt es viele Buckelpisten und naturbelassene Abschnitte. Wir wagten uns auch ein wenig neben die markierten Pisten, um uns auf die kommenden Skitage im deutlich schneereicheren Hokkaido vorzubereiten.
Zum Mittagessen gab es eine grosse Auswahl an Restaurants an der Piste, meistens mit Selbstbedienung: Zuerst musste man an einem Automaten die Gerichte auswählen und bezahlen, um sie danach an einem Counter abzuholen. Es gab aber auch ein urchiges Pistenrestaurant mit Bedienung, wo wir Rindscurry mit Reis bestellten. Nach dem Skifahren suchten wir uns in der Altstadt von Nozawa eines der öffentlichen Onsen aus. Diese Onsen sind sehr klein, und das Wasser ist wahnsinnig heiss – wir mussten es zuerst abkühlen.
 

7. Februar - Nozawa Onsen

Am Morgen war das Wetter noch stark bewölkt und neblig, sodass die Sicht teilweise eingeschränkt war. Über Nacht war jedoch etwas Neuschnee gefallen, und im Verlauf des Tages lockerte das Wetter auf. Dadurch konnten wir das Skigebiet weiter erkunden und entdeckten einige neue Routen abseits der markierten Pisten. Dabei unternahmen wir auch unsere erste kleine Skitour. Gegen Ende des Tages fanden wir eine schöne Route, die uns sicher schien und noch mit frischem, unberührtem Schnee bedeckt war. Sie bot uns einen ersten guten Eindruck vom Skifahren im japanischen Backcountry. Abendessen gab es in einem Sukiyaki-Restaurant mit dem typischen Fleischtopf. Ein Sukiyaki Premium Course kostete 7800 Yen (ca. CHF 40) pro Person.

8. Februar - Im Schneesturm nach Sapporo (Hokkaido)

Ein Blick auf das Handy am Morgen brachte die Gewissheit: Infolge eines Schneesturms war unser Flug kurzfristig annulliert worden. Wir begaben uns sogleich mit dem Zug zum Flughafen Haneda, um dort umzubuchen. Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Als wir nach einer Stunde in der Warteschlange endlich an den Schalter kamen, waren alle Flüge an diesem Tag schon ausgebucht, und es war nicht klar, ob die Flüge am nächsten Tag gesichert wären. Wir fuhren dann, viel zu spät, zurück zum Hauptbahnhof und nahmen den nächstmöglichen Shinkansen-Superschnellzug nach Hokkaido. Die Shinkansen-Strecke endete jedoch nach dem Seikan-Tunnel unter der Tsugaru-Meerenge in Hakodate. Der letzte Abschnitt bis nach Sapporo (218 km) ist noch im Bau und wird wegen der enormen Kosten wohl erst 2039 eröffnet werden. So lange wollten wir nicht warten. Da es um diese Zeit keinen Anschluss mehr gab, nahmen wir zusammen mit einem ebenfalls gestrandeten Amerikaner aus Kalifornien ein Taxi. So ging es auf eine abenteuerliche Fahrt im Schneegestöber auf schneebedeckten Strassen über Niseko nach Sapporo. Der chinesische Taxifahrer war so übermüdet, dass ich zwischendurch das Steuer übernehmen musste. Wir waren am Ende sehr froh, um 4 Uhr morgens unser Hotel in Sapporo heil erreicht zu haben.

9. Februar - Sapporo - Snow Festival im Odori Park

Nach unserer langen Anfahrt brauchten wir eine Pause und nutzten den Tag, um Sapporo zu erkunden. Zu dieser Zeit fand, wie jedes Jahr, das Snow Festival statt. Im Odori Park stehen zahlreiche Schnee- und Eisskulpturen, von denen viele durch bekannte Anime- und Manga-Figuren (aus japanischen Comics) inspiriert sind. Viele Reisende besuchten das Festival, sodass wir nicht zu lange dortblieben. Sapporo ist auch für seine Ramen bekannt, weshalb wir zum Mittagessen ein entsprechendes Lokal aufsuchten. Da die Spezialität so bekannt ist, mussten wir lange anstehen – was sich aber gelohnt hat. Sapporo war für uns der Ausgangspunkt einer einwöchige Skisafari. Am Abend trafen wir die anderen Teilnehmer beim Willkommensdinner in einem originellen Restaurant. Mit dabei waren Australier, Kanadier, Amerikaner und ein Deutscher, verteilt auf verschiedene Gruppen, je nach Niveau und – ob Skifahrer oder Snowboarder.

10. Februar - Sapporo: Rusutsu Resort

Der erste Skitag der Skisafari in Hokkaido. Nach einem frühen Frühstück um 7 Uhr ging die Fahrt in einem Toyota-Van nach Rusutsu (ca. 73 km / 1 Std. 25 Min.). Neil war unser Guide in der kleinen Gruppe. Rusutsu gehörte neben Niseko zu den beliebtesten Skigebieten auf Hokkaido. Das Gebiet erstreckte sich über drei Berge und verfügte über 18 Liftanlagen. Der höchste Punkt lag auf 994 m, mit schönem Ausblick auf den Vulkanberg Yotei-Zan (1900 m). Auch an diesem Morgen war Neuschnee gefallen, weshalb wir möglichst früh am Lift standen, um die beliebtesten Abfahrten durch den Tiefschnee als Erste zu erreichen.
Bereits die erste Abfahrt war spektakulär. Fast ohne Pausen führte uns Neil von Hang zu Hang und zeigte uns versteckte Routen, die nur wenige im Gebiet kannten. Das intensive Tempo ging mit der Zeit deutlich in die Beine. Insgesamt legten wir 3'625 Höhenmeter bergab zurück.
Der Höhepunkt des Tages war eine lange Powder-Abfahrt auf der Rückseite des Skigebiets. Die Route, die nur unser Guide kannte, führte weit weg von den Liften durch frischen Schnee und endete schliesslich bei einem abgelegenen Bauernhof. Dort wurden wir von unserem kleinen Bus abgeholt und direkt zu einem Ramen-Restaurant zum Mittagessen gebracht. Es gab eine feine Nudelsuppe für umgerechnet CHF 7. Anschliessend ging es direkt weiter zu den nächsten Pulverschnee-Abfahrten.
Auf dem Rückweg zu unserem Hotel in Sapporo machten wir noch Halt in einem besonders schönen Onsen mit grossem Aussenpool. Der Eintritt ins Bad betrug 1300 Yen (ca. CHF 7). Nach dem Bad im heissen Thermalwasser entdeckten wir zu unserer Freude ein nepalesisches Restaurant im Onsen, wo wir verschiedene Currys, Naan und Lassi bestellten. Damit endete ein intensiver und unvergesslicher erster Skitag auf Hokkaido.
 

11. Februar - Kokusai Ski Area

Der Chef-Skileiter entschied jeweils morgens, je nach Schneelage, wohin die Skisafari gehen sollte. Heute fuhren wir nach Kokusai (ca. 44 km / 53 Min.). Dieses Skigebiet ist eher klein, bietet aber einige sehr schöne Möglichkeiten für Abfahrten durch die Wälder. Wir fuhren die besten Routen mehrmals hintereinander, vor allem unterhalb der Liftanlagen und an den Seiten des Skigebiets. Es gab nur vier Liftanlagen, darunter eine Gondel, sowie drei Sessellifte und sieben Pisten – einer der Sessellifte trug den Namen «Märchenlift». Da die Wege kurz waren, konnten wir die märchenhaften Hänge immer wieder schnell erreichen. Insgesamt legten wir fast 4000 Höhenmeter bergab zurück. Die Jüngeren in der Gruppe versuchten sich zudem an einigen Sprüngen und nutzten dafür verschiedene Geländekanten und Schneewälle. Nach dem Skifahren fuhren wir direkt nach Sapporo zurück. So blieb uns am Abend noch genügend Zeit, um in der Stadt Sushi essen zu gehen. Auch im Hotel gab es ein sehr schönes Onsen-Bad mit Sauna. Japanische Reisende besuchen das Onsen jeweils am Morgen und am Abend nach dem Essen.

12. Februar - Kamui Ski Links

Was für Ferien: Um 6 Uhr ging der Wecker, Ausrüstung bereitstellen, nicht viel Zeit für das feine Frühstück mit grosser Auswahl im Hotel – und dann ging es um 7 Uhr schon los. Heute war Kamui angesagt (ca. 120 km / 1 Std. 37 Min.), auf der schneebedeckten Autobahn in Richtung Asahikawa.
Kamui Ski Links ist mit fünf Liftanlagen ebenfalls ein eher kleines Skigebiet, bietet aber abwechslungsreiches Gelände und zahlreiche Möglichkeiten für Abfahrten abseits der präparierten Pisten. Unser Guide Neil kommt aus Grossbritannien, arbeitete dort als Physiotherapeut und verbrachte jeden Winter zwei Monate in Japan – er kannte alle guten Abfahrten in den Gebieten rund um Sapporo. Wir schafften fast 5000 Höhenmeter Abfahrt im leichten Schneefall. Auf dem Rückweg besuchten wir wieder ein Onsen. Anschliessend assen wir im Restaurant des Onsens Nudeln mit Tempura und liessen den Tag gemütlich ausklingen.
 

13. Februar - Rusutsu mit Nacht-Skifahren

Heute stand nochmals das Skigebiet Rusutsu auf dem Programm; es hatte in der Nacht geschneit und bot frischen Tiefschnee. Einige der Hänge kannten wir bereits von unserem ersten Besuch. Unser Guide Neil hatte jedoch noch mehrere Abfahrten auf Lager, die wir am ersten Tag noch nicht gefahren waren. So konnten wir weitere Teile des Skigebiets entdecken und neue Routen ausprobieren. Es schneite den ganzen Tag, aber die Sicht war in den Wäldern trotzdem immer gut. Insgesamt legten wir an diesem Tag wieder fast 5000 Höhenmeter bergab zurück.
Nach Sonnenuntergang wechselten wir auf die andere Seite des Skigebiets und blieben noch zum Nachtskifahren, da dort optimale Bedingungen herrschten. Die Pisten waren gut beleuchtet, und wir fuhren nochmals ein paar Runden in der Nacht. Die nächtliche Atmosphäre und die beleuchteten Schneehänge machten diesen Teil des Tages zu einem besonderen Erlebnis.
Am Abend machten wir auf dem Rückweg noch Halt in einem Fliessband-Sushi-Restaurant. Dort wurden grosse Sushi-Portionen zu günstigen Preisen serviert (ca. CHF 20 pro Person).
 

14. Februar - Kiroro

Unseren letzten Skitag verbrachten wir in Kiroro (ca. 59 km / 1 Std. 9 Min.). Das Skigebiet ist für grosse Schneemengen und kontrollierte Freeride-Abfahrten bekannt. Es hat zehn Liftanlagen und 23 Abfahrten. Der höchste Punkt liegt auf 1180 m. Es war ein aussergewöhnlich warmer Tag, weshalb wir bereits am frühen Morgen einige steilere Abfahrten machten, die aufgrund der steigenden Temperaturen am Nachmittag nicht mehr möglich gewesen wären. Dafür erlebten wir zum ersten Mal während unserer Tage auf Hokkaido einen strahlend blauen Himmel. Insgesamt legten wir 3275 Höhenmeter bergab zurück.
Unsere letzte Abfahrt war vielleicht die spektakulärste der gesamten Reise. Unsere Guides führten uns weit ins Backcountry und tief in das Gelände abseits des eigentlichen Skigebiets. In der Gegend werden manchmal Hirsche und Bären gesichtet. Mitten im Wald gab es zur grossen Überraschung einen Apéro zum Abschluss der Safari-Woche. Die lange Abfahrt endete an einem Punkt, an dem wir von unserem Bus abgeholt wurden.
Anschliessend fuhren wir direkt in ein Onsen, wo wir uns nach dem letzten Tag im heissen Thermalwasser erholten. Danach probierten wir auf der Rückfahrt in einem originellen indonesischen Curry-Restaurant mit «Soup Curry» eine weitere Spezialität aus Hokkaido. Dabei handelt es sich um eine würzige, suppenartige Variante des japanischen Currys, die meist mit Gemüse, Reis und Fleisch serviert wird.
Damit ging unsere Skisafari mit Neil zu Ende, und wir verabschiedeten ein bisschen wehmütig uns von der Gruppe.
 

15. Februar - Sapporo - Asahidake mit dem Mietauto

Wir holten unseren Mietwagen in Sapporo und machten uns direkt auf den Weg, zunächst auf dem Highway über schneebedeckte Strassen. Um in Japan ein Auto zu mieten, ist eine Übersetzung des Führerausweises nötig. Nach Asahikawa ging es auf einer Landstrasse in den Daisetsuzan-Nationalpark. Asahidake ist der höchste Berg Hokkaidos und liegt in der Mitte der nördlichen Insel. Wir übernachteten in einem Berghotel mit geräumigen Zimmern. Highlight waren der grosse Onsen-Bereich und das Restaurant mit einer reichen Auswahl an Speisen. Für uns eher ungewöhnlich: Nach dem heissen Bad konnte man das Restaurant im Bademantel aufsuchen.

16. Februar - Asahidake

Von unserem Hotel waren es nur etwa fünf Minuten zu Fuss bis zur Talstation der Seilbahn auf rund 1100 m über Meer. Mit der Seilbahn fuhren wir zunächst hinauf zur Bergstation auf 1600 m und machten unsere erste Abfahrt im frischen Schnee. Das Gebiet ist kein klassisches Skigebiet mit zahlreichen präparierten Pisten, sondern wird lediglich durch eine Seilbahn erschlossen. Mit Wartezeiten muss man hier rechnen. Als wir wieder an der Talstation ankamen, montierten wir die Felle an unseren Skiern und stiegen neben der rund drei Kilometer langen Piste hinauf. Für die ungefähr 500 Höhenmeter benötigten wir etwa 1¼ Stunden.
Die Abfahrten am Asahidake sind kurz, dafür gab es sehr viel Neuschnee. Auffällig war, wie viele ambitionierte Skifahrer hier unterwegs waren. Fast alle waren mit Freeride- oder Skitourenausrüstung unterwegs und wollten möglichst viele Abfahrten im unberührten Tiefschnee machen. Das Wetter war mit knapper Sicht und Schneefall nicht optimal, trotzdem legten wir an diesem Tag 2146 Höhenmeter bergab zurück.
 

17. Februar - Asahidake - auf den Gipfel

Heute wurden wir von Sonnenschein geweckt – optimale Wetterbedingungen, um den Aufstieg auf den Gipfel des Asahidake zu wagen. Mit einer Höhe von 2284 m ist der Asahidake der höchste Berg Hokkaidos. Für die erste Bergfahrt bildete sich bereits am Morgen eine Warteschlange. Zunächst fuhren wir mit der Seilbahn zur Bergstation auf rund 1600 m. Wir montierten unsere Felle und stiegen weiter in Richtung Gipfel. Die Strecke war stellenweise steil und eisig, und wir mussten die Skier tragen – Harscheisen wären hilfreich gewesen. Exponiert waren wir dabei nie wirklich. Für die 680 Höhenmeter bis zum Gipfel benötigten wir ungefähr zwei Stunden. Gemeinsam mit uns waren zahlreiche weitere Skitourengängerinnen und -gänger unterwegs, die das seltene Schönwetterfenster ebenfalls nutzen wollten.
Oben angekommen, wurden wir mit einem wunderschönen Panoramablick auf die umliegenden Berge belohnt. Nach einer kurzen Pause begann die Abfahrt. Die Route führte durch das vulkanische Gelände und in Richtung der Fumarolen, aus denen sichtbar heisser Dampf aufstieg.
Erschöpft, aber glücklich, kamen wir im Tal an und stärkten uns zunächst mit etwas zu essen. Insgesamt legten wir an diesem Tag rund neun Kilometer sowie 2146 Höhenmeter bergab zurück. Die Fahrt weit ins Landesinnere Hokkaidos hatte sich damit auf jeden Fall gelohnt.
Das Ski-Abenteuer in Japan ging für uns zu Ende. Für die restliche Reise wollten wir die Skiausrüstung nicht weiter mit uns herumtragen. Abends liessen wir darum das Skigepäck an der Rezeption mit dem Kurierservice Yamato direkt an den Flughafen in Narita schicken.
 

18. Februar - Asahidake - Sapporo - Osaka - Kyoto

Am frühen Morgen verliessen wir Asahidake und fuhren mit dem Mietwagen rund drei Stunden zum Flughafen von Sapporo. Am Chitose-Flughafen gibt es im oberen Stock ein Onsen, wo wir die Wartezeit vor dem Abflug verbrachten, bevor unser Flug weiter nach Osaka ging. Nach der Landung am Flughafen Osaka-Itami nahmen wir den lokalen Bus vom Airport nach Kyoto. Dort bezogen wir für zwei Nächte unser Hotel im Distrikt Gion. Am Abend besuchten wir ein kleines Izakaya-Restaurant im historischen Stadtteil Gion und genossen ein Omakase-Menü.

19. Februar - Kyoto

Kyoto im Winter zu besuchen, ist eine sehr gute Idee! Man brauchte zwar eine gute Jacke, aber das Klima war verhältnismässig mild und es gab wenige ausländische Touristen. Wir besuchten zunächst den Kennin-ji, einen der ältesten Zen-Tempel von Kyoto. Anschliessend ging es durch die Altstadt von Gion weiter zum Nanzen-ji, einer weitläufigen Tempelanlage am Fuss der östlichen Berge Kyotos.
Von dort spazierten wir entlang des Philosophenwegs. Der bekannte Fussweg führt an einem kleinen Kanal entlang und verbindet mehrere Tempel und ruhige Wohnquartiere. Am Abend assen wir im kleinen Restaurant Badu und liessen unseren Tag in Kyoto gemütlich ausklingen.
 

20. Februar - Kyoto - Tokyo

Nach zwei Nächten in Kyoto setzten wir unsere Reise mit dem Shinkansen nach Tokyo fort. Die Fahrt mit dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug führte uns zurück in die Hauptstadt.
 
Für unsere letzte Nacht bezogen wir ein Zimmer in einem Hotel im Stadtteil von Ginza, ein guter Ausgangspunkt, um nochmals etwas Zeit in Tokyo zu verbringen. Am Abend assen wir das traditionelle Gericht Shabu Shabu. So endete unser letzter vollständiger Reisetag mit einem weiteren typisch japanischen Essen.
 

21. Februar - Tokyo Narita - Zürich

Von unserem Hotel nahmen wir den Airport-Bus zum Flughafen Narita. Dort musste ich noch die Ski abholen. Der Schalter des Kurierservice Yamato befand sich in unmittelbarer Nähe des Check-in-Schalters, sodass ich problemlos die Skiausrüstung abholen und gleich am Schalter der Swiss einchecken konnte. Swiss erlaubt ein zusätzliches Sportgepäck bis 23 kg, max. 2 m lang. Ein langer Flug zurück nach Zürich stand bevor – die Route führte über die nördliche Hemisphäre.

Fazit der Reise

Als begeisterter Skifahrer war diese Reise für mich ein Traum! Der weiche Pulverschnee, die Wälder, die Natur mit den dampfenden Vulkanen – all das ist unvergesslich. In Hokkaido konnte man ein tief verschneites «Winterwunderland» erleben, wie aus dem Bilderbuch. Nach dem Skifahren die Onsen mit ihren heissen Bädern aufzusuchen und das feine japanische Essen zu geniessen, sind weitere Highlights. Eine Reise nach Japan ist nicht billig, die Nebenkosten vor Ort sind jedoch günstiger als bei uns. Auch eignet sich der Winter bestens, um Städte wie Tokio und Kyoto zu besuchen: Das Klima ist mild, und es gibt deutlich weniger Touristen. Japan verzeichnet in den letzten Jahren einen regelrechten Boom, weshalb das schon einen Unterschied macht. So viel ist klar: Ich werde zurückkehren – die nächste Skitour in Japan ist bereits in Planung.

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