Die Metropole Bangkok

«One night in Bangkok and the world′s your oyster», heisst es im Welthit von Murray Head aus dem Jahr 1984. Und tatsächlich: Eine Nacht in Bangkok – und die Welt liegt einem zu Füssen. Nachts ist die Metropole besonders charmant: Street Food an jeder Ecke, Musik, farbenfrohe Lichter und Billboards beleuchten die Strassen. Aber keine Sorge, auch tagsüber verzauberte mich die Stadt. Ich fuhr im Longtail-Boot durch die Khlongs, wo sich das Leben noch so anfühlt wie vor hundert Jahren.
Baden in den Wasserfällen von Erawan
Kanchanaburi ist vor allem bekannt für die Brücke am Kwai – Schauplatz des gleichnamigen Films. Ein Besuch ist Pflicht. Ein wunderbares Fotosujet bietet sich, wenn ein Zug über die Brücke rollt. Mich persönlich interessiert die Natur, also fahre ich weiter Richtung Erawan-Nationalpark. Dieser ist bekannt für seine wunderschönen Wasserfälle, in denen man an heissen Tagen ins kühle Nass springen kann. Die Wasserfälle erstrecken sich über sieben Ebenen, die nur zu Fuss über Naturpfade und Treppen erreichbar sind. Ein magischer Ort, den man auf keinen Fall verpassen sollte.
Ayutthaya – die ehemalige Hauptstadt Siams
Von den azurblauen Wasserfällen im Wald geht die Fahrt weiter nach Ayutthaya – ein Sprung in vergangene Zeiten. Tempel und verwunschene Ruinen erinnern an die reiche Geschichte des Ortes. Das ehemalige Handelszentrum, das strategisch günstig an der Mündung des Chao-Phraya-Flusses liegt, zog Händler und Diplomaten aus aller Welt an – darunter aus China, Indien, Persien und Europa. Ein Ort, der Geschichte atmet und nicht vergessen werden darf.
Das historische Sukhothai
Weiter geht das Abenteuer Richtung Norden nach Sukhothai. Die erste Hauptstadt Thailands ist bekannt für ihre beeindruckenden Tempelruinen. Ich erkunde sie gemütlich mit dem Velo und bestimme selbst, wo ich länger verweilen mag. Die Stadt war im 13. Jahrhundert das Zentrum des Sukhothai-Königreichs und gilt als Wiege der thailändischen Kultur. Heute ist der Sukhothai Historical Park ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine echte Attraktion.
Chiang Mai – die kulturelle Hauptstadt Nordthailands
Ich verbringe ein paar Tage in Chiang Mai im Norden Thailands. Die Stadt wirkt ruhig und überschaubar – mit vielen Tempeln, Cafés, Massagesalons und Märkten. Mein erster Ausflug führt mich zum goldenen «Doi Suthep», einem Tempel auf einem Hügel ausserhalb der Stadt. Die Strasse dorthin ist kurvig, oben angekommen, geht es über eine lange Treppe mit Naga-Geländern zum Tempel. Der «Wat Phra That Doi Suthep» ist eine bedeutende religiöse Stätte, die Aussicht atemberaubend!
Am Sonntagabend besuche ich den Markt in der Altstadt – Kleidung, Souvenirs und Street Food soweit das Auge reicht. Erstaunlich, wie ruhig und entspannt die Atmosphäre wirkt – und das mitten im Trubel. Das Schöne hier: In einer ruhigen Minute kann man sich wunderbar mit einer Massage verwöhnen lassen.
Anderntags gehts an den Herd: Ich besuche einen Kochkurs bei einer Familie. Bevor es ans Kochen geht, zeigt uns das Familienoberhaupt den Garten – hier wachsen Zitronengras, Thai-Basilikum und Kaffirlimetten. Wir erfahren viel über den Einsatz dieser Kräuter und machen den Test aufs Exempel: Wir wagen uns an ein grünes Curry, Pad Thai und eine scharfe Kokossuppe. So viel sei verraten: Alles schmeckte köstlich!
Chiang Mai ist ein Schmelztiegel aus Kultur, Natur und unschlagbarem Essen. Die Stadt ist lebendig, aber nicht hektisch, und bietet viele Möglichkeiten, sich aktiv mit der thailändischen Kultur auseinanderzusetzen.
Chiang Rai – weisser Tempel, grüner Tee, kühler Wind
Die Strecke von Chiang Mai nach Chiang Rai führt durch grüne Hügellandschaften und kleinere Orte. Mein erster Stopp ist der berühmte Weisse Tempel, «Wat Rong Khun» – eigentlich kein Tempel, sondern ein Kunstwerk des thailändischen Künstlers Chalermchai Kositpipat. Über eine Brücke, gesäumt von ausdrucksstarken Skulpturen, gelangt man ins Innere, wo moderne Wandmalereien westliche Popkultur und Religion verbinden.
Weiter nördlich liegt die Teeplantage Choui Fong. Von der Terrasse des Cafés blickt man über die Plantage – am besten natürlich mit einem frischen Grüntee in der Hand.
Ein weiterer Halt ist der «Doi Tung»-Palast, einst Residenz der Mutter des thailändischen Königs. Das Gebäude liegt auf rund 1500 Metern Höhe und ist deutlich vom Stil schweizerischer Chalets inspiriert – eine Erinnerung an die Zeit, die sie in der Schweiz verbrachte. Eine Ausstellung ermöglicht Einblicke in die sozialen und ökologischen Projekte, die von hier aus initiiert wurden.
In Chiang Rai ist es im Dezember unerwartet kühl, besonders morgens. Darum weiter zum Goldenen Dreieck, dem bekannten Punkt, an dem Thailand, Laos und Myanmar aufeinandertreffen. Vom Aussichtspunkt überblickt man die Flüsse Mekong und Ruak. Ich mache eine kurze Bootsfahrt auf dem Mekong und lege für wenige Minuten auf der laotischen Seite an. Dort ist wenig Betrieb, aber am Ufer sind grossflächige chinesische Bauprojekte sichtbar – unter anderem Hotels und Casinos.
Fazit
Als gebürtige Schweizerin mit thailändischen Wurzeln habe ich Thailand immer wieder bereist. Heute reise ich besonders gerne in den Norden des Landes. Diese Region unterscheidet sich kulturell deutlich vom Süden. Auf einer Reise durch Nordthailand erlebt man die Vielfalt des Landes hautnah. Ein unvergessliches Erlebnis – auch für jene, die sagen, Thailand sei nicht ihr Ding.