Kirschblüten, auf Japanisch Sakura, sind das nationale Symbol Japans und stehen für Schönheit, Neubeginn und die Vergänglichkeit des Lebens. Jedes Jahr zwischen März und Mai verwandeln sie das Land in ein rosa-weisses Blütenmeer. Die Blütezeit beginnt im Süden und wandert mit dem sogenannten Sakura-Zug nach Norden bis Hokkaido. Diese Zeit hat grosse kulturelle Bedeutung und wird mit Festen, Picknicks – Hanami – und zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Die kurze Blütezeit macht Sakura zu einem Sinnbild für den flüchtigen Moment – schön, aber vergänglich.
Auf meiner Reise nach Kyoto begleiteten mich die Kirschblüten an jeder Ecke – trotzdem kann man sich kaum sattsehen, so schön sind sie. Abends sorgt die Beleuchtung für eine besondere Atmosphäre. Wer kann, setzt sich zusammen mit seinen Lieben unter einen Baum, geniesst ein Picknick und die vergängliche Schönheit der Blüten.
Die weisse Burg Himeji
Ein unglaublich malerisches Ziel während der Kirschblütenzeit ist die berühmte weisse Burg Himeji. Sie ist umgeben von zahlreichen Kirschbäumen, die in voller Blüte ein beeindruckendes Bild bieten. Besucherinnen und Besucher können hier nicht nur die eindrucksvolle Architektur der Burg bewundern, sondern auch unter den rosa-weissen Blütendächern spazieren gehen oder an den Picknicks teilnehmen. Besonders beliebt ist der Burghof, der während der Blütezeit festlich beleuchtet wird.
Was mich vor Ort am meisten überrascht hat? Die Blüten sind oft gar nicht so knallig pink, wie ich es erwartet hatte. Die meisten Kirschbäume tragen eher weisslich-rosa Blüten – zart und wunderschön. Die ganze Landschaft verwandelt sich durch die rosa Farbtupfer und wirkt ganz anders als im satten Grün des Sommers.
Ryokans erleben: Japans Gastfreundschaft in ihrer schönsten Form
Eine Übernachtung in einem Ryokan, einem traditionellen japanischen Gasthaus, ist ein einzigartiges Erlebnis, das tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist. Die Gastfreundschaft eines Ryokans ist unvergleichlich. Man geniesst ein mehrgängiges Kaiseki-Menü aus saisonalen, regionalen Zutaten und schläft danach auf Futons, die auf Tatami-Matten ausgebreitet werden. Viele Ryokans verfügen über Onsen, heisse Quellen, in denen sich die Gäste entspannen können. In einem Ryokan trägt man einen Yukata, einen leichten Baumwollkimono, der besonders praktisch und bequem ist – als Gast fühlt man sich darin ganz authentisch und entspannt zugleich. Vor dem Baden in der heissen Quelle heisst es sich waschen und duschen – dafür stehen kleine Waschplätze mit Hockern, Duschköpfen, Seife und Shampoo bereit. Das Baden erfolgt, nach Geschlecht getrennt, komplett nackt. Die ruhige Atmosphäre zieht einen sofort in den Bann. Aber Achtung: Grosse, sichtbare Tätowierungen sind in vielen traditionellen Onsen nicht erwünscht, da sie mit der Yakuza, der japanischen Mafia, assoziiert werden.
In Ryokans gibt es oft auch private Onsen, die den Gästen zur exklusiven Nutzung zur Verfügung stehen. Diese privaten Thermalbäder bieten besonders viel Ruhe und Privatsphäre, sodass man ganz entspannt allein oder mit der Familie baden kann – eine schöne Alternative zu den öffentlichen Badebereichen.
Tief entspannt schlummere ich nach dem traditionellen Bad auf meinem Futon dem nächsten Tag unter Kirschbäumen entgegen.
Mein Geheimtipp
Die ideale Reisezeit für die Kirschblütensaison ist ab März bis Mai. Die Kirschblüten blühen nicht im ganzen Land gleichzeitig, man hat also mehrere Chancen, die Blüten zu sehen. Nicht vergessen: Die schönste Reisezeit ist auch die touristische Hochsaison – eine frühe Buchung ist dringend zu empfehlen.



















