Schwimmende Märkte und starker Kaffee

Insight Vietnam Reportage 2020 gepostet am 16.12.2019

Von Phnom Penh ins Mekong-Delta

Meine Reise begann in Kambodscha respektive in Phnom Penh, der Hauptstadt dieses Landes in Südostasien. Von Phnom Penh fuhr ich mit einem Schnellboot auf dem Mekong an die vietnamesische Grenze. Eine schöne Art, sich fortzubewegen.

Gegen Abend erreichten wir den Grenzposten. In Chau Doc erwartete mich der lokale Reiseleiter Bora. Er ist in Deutschland aufgewachsen und spricht darum sehr gut Deutsch. Ich erfuhr viel über das Leben in Vietnam, auch wenn mir klar wird, dass es hier keine Selbstverständlichkeit ist, seine Meinung frei zu äussern, und Politik eher als Privatsache angesehen wird.

Am nächsten Morgen unternahmen Bora und ich eine Fahrradtour durch kleine Dörfer vorbei am Sam-Berg. Wir fuhren an leuchtend grünen Reisfeldern vorbei und beobachteten grasende Wasserbüffel. Unsere Tour endete in einem typisch vietnamesischen Café. Der starke Kaffee wird hier mit Kondensmilch gesüsst oder es gibt frischen Zuckerrohrsaft. Nach dem Besuch des lokalen Marktes radelten wir weiter bis zu einer Fischfarm und später in ein Dorf, das von den Cham, einer der 53 Minderheiten in Vietnam, bewohnt wird. Bei unserer Ankunft begegneten wir einer Gruppe Frauen, die eben aus dem Koranunterricht in der Moschee kam.

Ein weiterer Ausflug führte mich in den Mangrovenwald Tra Su. Wir reisten mit einem Ruderboot durch dieses Naturparadies. Überall Zwitschern, Zirpen und Singen. Dieser Wald und die umliegenden Feuchtgebiete sind Zufluchtsort für viele verschiedene bunte Vogelarten und tropische Pflanzen.

Eine kurze Autofahrt brachte uns später nach Can Tho, der viertgrössten Stadt Vietnams und gleichzeitig der grössten Stadt im Mekong-Delta. Nach einem Tag voller einmaliger Einblicke fiel ich abends müde ins Bett.

Floating Market Cai Rang

Am nächsten Morgen wartete ein Privatboot auf mich, welches mich zum "Schwimmenden Markt" von Cai Rang bringen sollte.

Ob sich dieser Ausflug überhaupt noch lohnt? Mittlerweile wurden im Mekong-Delta so viele Strassen und Brücken gebaut, dass der grösste Teil des Grosshandels von Gemüse und Früchten nicht mehr über das Wasser transportiert wird. Ich hatte mich entschlossen, trotzdem hinzufahren.

Nach einer guten halben Stunde kam ich in Cai Rang an. Es gab weitere Boote mit Touristinnen und Touristen, doch der Markt ist fast einen Kilometer lang und es blieb für alle genügend Freiraum, um das emsige Treiben zu beobachten. Alles wird hier verkauft: Ananas, Kürbisse, Melonen, Kokosnüsse, Kartoffeln, Rüben, aber ich finde auch kleine Boote mit Getränken, Tee und sogar einen Losverkäufer. Frauen in bunten Pyjamas in kleinen Motorbooten kaufen ein.

Mein Fazit: Strassen hin oder her: Der "Schwimmende Markt" lebt!

Im Hausboot geniessen

Eine luxuriöse Möglichkeit, die Schwimmenden Märkte zu besuchen, ist eine Tour im Hausboot. Ich entschied mich für die "Gecko Eyes".

Sie wurde im Stil der traditionellen An-Giang- Fischerboote für exklusive private Touren im Mekong-Delta gebaut. Der stilvolle Gästebereich (ca. 40 m²) verfügt über eine schön gestaltete Schlafkabine mit französischem Balkon, Klimaanlage und privatem Bad.

Ich genoss die grossartige Aussicht aus dem klimatisierten Panoramasalon und relaxte auf dem gemütlichen Sonnendeck. Der private Küchenchef servierte lokale und internationale Gerichte und berücksichtigte sogar persönliche Essenswünsche. Auch Kochkurse sind hier möglich.

Mich führte das Hausboot durch kleine Kanäle, entlang von schwimmenden Dörfern. Am Morgen besuchte ich den "Schwimmenden Markt" von Cai Be. Leider waren nur sehr wenige Boote unterwegs. Ich befürchte, dass hier in der Hochsaison mehr Touristenboote als Marktboote zu sehen sind.

Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt: Die Szenerie war schön und ich nutzte die Gelegenheit, um eine Fahrradtour durch die quirlige Stadt zu unternehmen und den regulären Markt an Land zu besuchen.

Eine eindrückliche Erfahrung. Das ist das Schöne, an dieser Art zu reisen: Durch ihren geringen Tiefgang können die Boote auch kleine Seitenarme und Kanäle befahren. Es gibt Fahrräder an Bord, so dass spontane Landausflüge auf Flussinseln jederzeit möglich sind.

Entspannen auf Phu Quoc

Ich beendete meine Tour mit ein paar Tagen am Strand. Ein kurzer Flug brachte mich auf die Insel Phu Quoc im Golf von Siam, vor der Küste Kambodschas. Kilometerlange Strände und wunderbares Essen versüssten mir die letzten Tage im wunderschönen Vietnam. Die beste Reisezeit für Badeferien ist November bis April.