Myanmars verborgener Schatz MRAUK U

Insight Reportage 2018

Eine versunkene Stadt, atemberaubende Tempelanlagen und ein "Affen-Ei". Im unbekannten Nordwesten Myanmars finden sich die bestgehüteten Schätze des Landes. Wer sich Zeit nimmt für die etwas längere Anreise wird reichlich belohnt.

Die Landschaft ist atemberaubend schön, sattgrüne Reisfelder, dicht bewachsene Hügel und Bambuswälder säumen den breiten Kaladan-Fluss. Hin und wieder tauchen am Horizont Hügel mit goldenen Pagoden auf, Wasserbüffel,Kraniche und Störche begleiten die ruhig dahingleitenden Boote, die Einheimische und Reisende von Dorf zu Dorf bringen.

Wer die ehemalige Königsstadt Mrauk U besuchen möchte, braucht ein wenig Zeit. Von Yangon reist man per Flugzeug nach Sittwe. Die kleine Hafenstadt ist die Hauptstadt des Rakhine-Staats. Sie liegt an der Mündung des Kaladan-Flusses und ist damit der ideale Ausgangspunkt für eine Flussreise zu den verwunschenen Tempelanlagen von Mrauk U. Aber Sittwe bietet weit mehr:

Insight-Tipp:
Besuchen Sie die Fischerfrauen von Sittwe. Jeden Morgen verkaufen sie am Hafen den Fang des Tages. Geniessen Sie den Sonnenaufgang inmitten des geschäftigen Treibens und schliessen Sie Ihren Rundgang mit einem Besuch des farbenprächtigen Blumenmarktes ab.

Die Flussfahrt nach Mrauk U dauert rund sechs Stunden. Der Kaladan-Fluss ist der Hauptverkehrsweg der Region. Immer schmaler werdende Flussarme verbinden Sittwe und die versunkene Königsstadt Mrauk U. Kaum aus dem Boot gestiegen, wähnt man sich in einem Indiana-Jones-Film: Moosbewachsene Tempelanlagen, verfallene Pagoden im Dämmerlicht,Vögel zwitschern, Hunde bellen und Kinder spielen mit einem zerschlissenen Ball.Frauen tragen Wasser in grossen Aluminiumgefässen auf dem Kopf vom Brunnen in die Dörfer, hin und wieder fährt ein Mann mit einem alten Fahrrad vorbei. Es ist, als ob die Zeit stehengeblieben sei und es fällt schwer, sich in dieser dörflichen Idylle vorzustellen,dass Mrauk U einst eine wichtige Königshauptstadtwar und bis ins 16. Jahrhundert eine Metropole.120 000 Menschen lebten hier.


Insight-Tipp:
Die beste Aussicht auf die alte Königsstadt und die Tempelanlagen hat man vom Discovery View Point aus. Der Hügel ist nicht ausgeschildert,aber Aussichtspunkt für den schönsten Sonnenuntergang Myanmars. Fragen Sie uns!

Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Mrauk Udas "Affen-Ei". Eine Legende besagt, dass ein Affe an diesem Ort dem vorbeiwandernden Siddhartha Gautama Buddha als Zeichen seiner Verehrung ein Ei geschenkt habe.Der wohl wichtigste Tempel für die Bevölkerung von Mrauk U ist der "Tempel mit den 80 000 Buddhas" - der Shitthaung-Tempel. Wir haben sie nicht gezählt, aber im Innern des Tempels befinden sich tatsächlich Tausende Buddhastatuen. Sie werden bis heute von Einheimischen und burmesischen Pilgern verehrt. Unvergesslich ist ein mystischer Morgen-Spaziergang vorbei an Hunderten von Moos und Farnenüberwachsenen Buddha-Statuen. Noch einmal lockt eine Bootsfahrt. Zwei Stunden von Mrauk U entfernt beginnt der Chin-Staat. Hier wurden bis vor 50 Jahren die Gesichter junger Frauen mit auffälligen Tattoos verziert,noch heute tragen ältere Frauen diesen Gesichtsschmuck. Ziel der Tattoos, die heute verboten sind, war, die Mädchen vor dem Raub durch umliegende Stämme zu schützen.


Insight-Tipp:
Der seltsame Name der Stadt wird "Mjau U"ausgesprochen. Verpassen Sie in "Mjau U" auf keinen Fall das kleine,einfache Restaurant"Moe Cherry"! Es wird von einer burmesischen Familie geführt und der Papaya-Salat ist einfach unschlagbar gut.

Was gibt es schöneres, als sich nach einer intensiven Reise an einem atemberaubend schönen Strand zu erholen und in Erinnerungen zu schwelgen? Die Ngapali Beach im Süden des Rakhine-Staates ist der perfekte Ort dafür. Der kilometerlange Traumstrand soll nach der italienischen Hafenstadt Napoli benannt worden sein. Pizzas mögen Sie hier nicht finden, aber die kleinen Fischrestaurants und der täglichfrische Seafood machen das allemal wett.

Insight-Tipp:
Besuche von westlichen Touristen sind hier bis heute rar, seien sie also nicht überrascht, wenn sie in den Dörfern von lächelnden Menschen ebenso oft fotografiert werden, wie Sie selber auf den Auslöser drücken.

Tee zum Essen

Handvoll einfacher Teeblätter, die eingelegt und als eine Art Salat serviert werden.Eine Portion des Teeblätter-Salates besteht aus ungefähr zwei Handvoll fermentierter Teeblätter. Hinzu kommen Tomatenscheiben, Erbsen, Erdnüsse und frittierten Bohnen. Gerösteter Knoblauch, weisse Sesamsamen und ein Schuss Erdnussöl runden den Geschmack ab. Lahpet Thoke wird bevorzugt direkt aus einer kleinen Plastiktüte gelöffelt.Dabei schlendert man gemächlich durch einen der vielen Street Food-Märkte Myanmars.

Buddhas Haar

Knapp vier Stunden dauert die Fahrt von Yangon zu einem der wichtigsten Pilgerorte Myanmars. Zehntausende Pilger nehmenden steilen Aufstieg zum Goldenen Felsen von Kyaiktiyo täglich auf sich. Jene, die sich besondere Verdienste erwerben wollen, klettern zu Fuss zum Felsen, der der Legende nach von einem einzelnen Haar Buddhas am Platz gehalten wird. Wer keine Lust auf einen schweisstreibenden, achtstündigen Aufstieg hat, dem sei die Fahrt in einem der vielen Kleinlaster empfohlen. Mit Holzbänken ausgerüstet, kämpfen sie sich zu Dutzenden die steile Strasse empor - ein echtes Abenteuer!
Noch besser: Übernachten sie auf dem Berg und geniessen Sie den Sonnenaufgang an diesem mystischen, heiligen Ort!

Ein reicher Mann

In Myanmar kennt man keine Familiennamen. Wird ein Kind geboren, erhält es einen Namen, der auf den Wochentag hinweist, an dem es das Licht er Welt erblickte. Gerne verpacken die Eltern darin gleich noch einen guten Wunsch, den sie dem Neugeborenen mit auf den Weg geben möchten: Maung Chan Tha (Reicher Mann) zum Beispiel oder Khwe (Hund). Tiere im Namen soll das Kind vor bösen Geistern beschützen. Die im Westen verbreitete Tradition, der nächsten Generation den Nachnamen weiterzuvererben, oder beider Hochzeit einen gemeinsamen Namen anzunehmen, existiert nicht. Darum ist es in Myanmar problemlos möglich, den eigenen Namen zu ändern, wenn man das möchte.

Yangon und der englische Meister

Die Botahtaung-Pagode mitten in Downtown Yangon wartet mit einem kleinen Geheimnis auf: Im hinteren Teil dieser Tempelanlage befindet sich ein Nat-Pavilion. Nats sind übernatürliche Wesen, Geister, die in Myanmar hoch verehrt werden. Der Bo Bo Gyi ist ein solcher Geist, ihm ist ein eigener Shrine gewidmet. Besucherinnen und Besuchern, die ihm eine Geldnote in die Hand stecken, erfüllt Bo Bo Gyi einen Wunsch.
Unter uns: Bo Bo Gyi soll die Finger im Spiel gehabt haben, als Leicester City überraschend englischer Fussball-Meister wurde ...


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