Beijing, die dynamische Metropole

gepostet am 05.12.18 von Tanja Polli

Peking ist anders. Wer andere asiatische Grossstädte kennt, wird überrascht sein: breite Trottoirs, Velowege, Baumalleen und grosszügige Parks, in denen T’ai Chi geübt wird und gespielt. In Peking, oder wie man in China sagt «Beijing», können Sie zwei Wochen verbringen, ohne dass Ihnen langweilig wird. Sicher, es gibt charmantere Metropolen, aber kaum dynamischere. Und wenige, die auf eine dreitausendjährige Geschichte zurückblicken können. 

Shopping im Sommerpalast

Der bekannteste Zeitzeuge ist sicherlich der Yihe Yuan, der Sommerpalast der Kaiserinwitwe Cixi, der besterhaltene kaiserliche Garten der Welt! Nur eine Viertelstunde Busfahrt vom quirligen Stadtzentrum entfernt, wandeln Sie auf den Pfaden vergangener Zeiten. Steigen Sie in ein Boot und besuchen Sie einen der Inseltempel. Unser Tipp: Spazieren Sie zur «Suzhou Marktstrasse» mit traditionellen Geschäften am Flussufer. Hier fröhnte Cixi, der es nicht erlaubt war, den Sommerpalast zu verlassen, Ihrer Shoppinglust.

Den Kosmos besänftigen

Ebenfalls auf Ihre Bucketlist gehört der Himmelsaltar – ein Gesamtkunstwerk aus Kultstätten, Parklandschaft und Tempeln. Zur Sommersonnenwende zog der Kaiser hier jeweils mit seinem Gefolge ein, um den Kosmos zu besänftigen. Unser Tipp: Besuchen Sie den Park frühmorgens und erleben Sie die Bewohnerinnen und Bewohner der Hauptstadt beim T'ai Chi. Nachmittags wird hier laut diskutierend Karten oder Mahjong gespielt, abends getanzt. 

Intrigen inklusive

Inzwischen sind Sie wahrscheinlich vertraut mit den grossen chinesischen Reisegruppen, denen Sie überall begegnen. Auch im dritten Must–see von Peking: der Verbotenen Stadt. Kommt Ihnen bekannt vor? Richtig! Der oscarprämierte Bertolucci-Film «Der letzte Kaiser» wurde hier gedreht. Während der Film das Leben des Kaisers Puyi erzählt, erfahren Sie in der Verbotenen Stadt, dass hier während 500 Jahren 24 Kaiser lebten und von hier aus das Reich der Mitte regierten. Fragen Sie Ihren Guide nach Machtgerangel und Intrigen. Sie werden staunen!

Essen, essen, essen

Wenn Sie sich sattgesehen haben, empfehlen wir Ihnen einen Spaziergang durch die Shoppingmeile Wangfujing Street. Shopping ist in Peking eine Kunstform und die Freizeitbeschäftigung schlechthin. Verhandeln Sie hart und Sie haben gute Chancen, tolle Souvenirs für wenig Geld mit nach Hause zu nehmen. Nicht vergessen: Gehen Sie essen! Peking ist eine Feinschmeckerhochburg, denn Essen ist für Chinesinnen und Chinesen mindestens so wichtig wie Sex. In Peking haben Sie die Wahl zwischen 30’000 Restaurants! Geniessen Sie einen Feuertopf und probieren Sie Peking-Ente. Gute und günstige Mahlzeiten finden Sie in den Foodcourts der grossen Einkaufszentren.

Unser Tipp: Sobald Sie die Touristenpfade verlassen, spricht niemand mehr Englisch und das Bestellen wird zur Herausforderung. Eine Übersetzungs-App leistet hier wertvolle Dienste.

 

PS: Keine Angst vor Smog. Die Luftqualität in Peking hat sich seit den Olympischen Sommerspielen deutlich verbessert.

Die Grosse Mauer, die eigentlich lang ist

Die grosse Mauer heisst in China die Lange Mauer oder auf Chinesisch «Changcheng». Lang ist die Mauer tatsächlich: Alle Mauerabschnitte zusammengerechnet erreichen eine Länge von fast 6’700 Kilometern!

Von der Mauer aus verteidigten die chinesischen Truppen das Land. Das taten sie oft, denn immer wieder gab es Kämpfe um die Mongolei oder die heute zu China gehörende Mandschurei.

Von Peking aus ist es einfach, die Mauer zu besuchen. Die Anreise mit einem öffentlichen Bus ist möglich. Allein nördlich von Peking gibt es eine ganze Reihe von Dörfern entlang der Mauer, die sich auf den Tourismus an der Mauer spezialisiert haben. Übernachten Sie hier, wenn sie den Sonnenaufgang auf der Mauer miterleben möchten.

Das Vogelnest in Peking entworfen von Herzog & de Meuron

Auf dem Rückweg von der Grossen Mauer haben wir beim Sonnenuntergang das sogenannte "Vogelnest" besucht. Das im Juni 2008 eröffnete Olympiastadion wurden von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfen. Es lohnt sich, das Nationalstadion auch von Innen zu besichtigen. Nicht einfach, den Weg auf das Dach zu finden. Die Mühe hat sich gelohnt, der Ausblick im Abendlicht ist schlicht weg umwerfend.

Unser Tipp für die Grosse Mauer: Wenn Sie die Aussicht von der Mauer ohne grossen Trubel geniessen möchten, fahren Sie mit Ihrem Driver oder einem Taxi bis «Jinshanling»Diese Talstation der Mauer liegt rund 105 km nordöstlich von Peking. Hier beginnt ein gut gesicherter Wanderweg, der sie nach einer kurzen, an manchen Orten über Treppen führende Wanderung auf die Mauer bringt. Denken Sie daran, dass der Ausflug mindestens einen halben Tag dauert. Nehmen Sie einen Lunch und genügend Wasser mit! Im Winter ist warme Kleidung wichtig, im Sommer Sonnenschutz, das ganze Jahr über Schuhe mit guter Sohle.

Der Aufstieg lohnt sich! Die Aussicht auf diesem einzigartigen Bauwerk ist schlicht umwerfend!